Bad Wildungen. Einigkeit herrschte nach dem 22:22 der HSG Bad Wildungen Vipers gegen die HSG Blomberg-Lippe. Einigung darüber, dass der erste Punktgewinn in der 1. Handball-Bundesliga für den heimischen Neuling einen Neuanfang darstellen könnte. Ein Punkt für eine bessere Zukunft also, nachdem vergangene Woche ein finanzielles Ungleichgewicht im Etat bekannt geworden war.
Sinnbildlich dafür machten die Anhänger das Fanclubs Herzblut kurz nach dem Abpfiff mit einem Plakat deutlich: „Erhaltet die Vipers und den Standort Bad Wildungen“. Womit sie klar machten, dass sie gegen eine Verlegung nach Kassel sind.
Das hatte Geschäftsführer Dirk Ex ohnehin schon im Vorfeld der Partie dementiert und damit entsprechende Gerüchte ins Reich der Fabel verwiesen.
Fabelhaft war hingegen die Reaktion der Mannschaft, die laut Ex vor der Begegnung vor einer Woche in Frankfurt/Oder (28:29) von der Fehlplanung informiert worden war und nach dem freiwilligen Gehaltsverzicht abermals als starke Einheit auftrat.
Beispielhaft hier, wie die komplette Bank aufsprang und sich mit Torfrau Julia Gronemann über die erste Parade beim 0:3-Rückstand freute.
Ebenso wie das Team steigerte sich die Stimmung in der Ense-Halle vor der Saison-Rekordkulisse von 700 Zuschauern. „Wir sind da, um die Mädels zu unterstützen und zeigen dem Verein, dass es immer nach vorn geht. Wir sind auf niemanden sauer und lassen uns nicht von den jüngsten Nachrichten beeinflussen“, sagte Cedric Nikolaiczek vom Fanclub Herzblut, der einer der Plakatträger war.
Besonders groß ist das Vertrauen des 20-Jährigen aus Bergheim in Dirk Ex. Der Geschäftsführer selbst war erleichtert nach dem Spiel: „Die Reaktion von allen in der Halle war klasse. Mögliche neue Sponsoren sind auf mich zugekommen, ich bin optimistisch“. In den kommenden Tagen wird er im Zuge des Sparkurses die Bereiche Trainer und Verwaltung auf den Prüfstand stellen.
Abzuwarten, ob das Team neben dem Parkett sich ähnlich solidarisch zeigt wie die Spielerinnen und die Fans. Einige davon mussten nämlich 25 Minuten vor dem Anpfiff einen kleinen Wermutstropfen hinnehmen.
Denn die Karten der ersten Reihe waren hinfällig, weil Bad Wildungen laut Hallensprecher Sören Wennerlund dafür noch keine Genehmigung hatte. Dafür wurden oben Holzbänke aufgestellt.
Auch hier ist also noch Einsatz gefragt, damit bei den Vipers endlich das gilt, was hinter dem Heimtor als Motto steht: 100 Prozent Handball. Darauf hofft besonders auch der Sportliche Leiter Markus Berchten, der allerdings nichts sagen wollte, um keine Schlammschlacht anzuzetteln.
Von Sebastian Schmidt
Quelle: HNA.de











